Seit dreißig Jahren funktioniert Unternehmenssoftware nach einem klaren Schema: Ihr kauft ein System, dann gestaltet ihr eure Prozesse so um, dass sie zu dem passen, was die Software vorgibt. Das CRM diktiert, wie ihr Deals trackt. Das Ticketing-Tool entscheidet, wie euer Support arbeitet. Nach und nach entsteht so eine wachsende Diskrepanz zwischen der Art, wie euer Team eigentlich arbeiten will, und der Weise, wie Software meint, dass es arbeiten solle.
Um diese Diskrepanz zu beseitigen, entstehen Workarounds, Excel-Tabellen und Custom Tools, die die IT pflegen muss. Und nicht selten bleiben frustrierte User:innen zurück, die ihren Job besser verstehen, als es ihre Software tut, die aber keine andere Wahl haben, als sich ihr zu fügen.
Das Versprechen von KI war, dass sich das ändert. Jetzt, da Software in natürlicher Sprache geschrieben werden konnte, sollten Teams endlich Anwendungen bauen können, die genau so funktionieren, wie sie es brauchten. Mit dem Aufkommen von 'Vibe Coding' rückte das Szenario näher. Doch zwischen dem Versprechen und der Realität klaffte noch immer eine Lücke: Es brauchte immer noch Entwickler. Selbst wenn die KI den Code schrieb, musste weiterhin ein Mensch eine Umgebung anlegen, um ihn auszuführen, ein Repository, um ihn zu speichern und eine Pipeline, um ihn zu deployen. Und jemand brauchte das technische Urteilsvermögen, um den Code sicher am Laufen zu halten. Die Lücke hat sich also verschoben, doch verschwunden ist sie nicht.
Heute veröffentlichen wir nuwacom Apps - unsere Lösung, mit der wir es unseren Kunden ermöglichen wollen, die Lücke zu schließen.

Bevor ich genauer erläutere, was Apps genau ist und kann, lasst mich kurz anhand drei kleiner Beispiele skizzieren, wie die Welt aussieht, die wir mit Apps ermöglichen.
Eine Führungskraft wünscht sich ein Live-Dashboard aus drei internen Datenquellen. Sie beschreibt, was sie will - und hat innerhalb einer halben Stunde ein funktionierendes Werkzeug, ohne ein BI-Projekt aufzusetzen oder ein Ticket bei der Entwicklung einzureichen.
Ein Kommunikationsverantwortlicher braucht eine interaktive Infografik für eine anstehende Kampagne und sieht zu, wie sie Gestalt annimmt, auf Basis eines einzigen Prompts und Daten aus einem Dokument.
Eine HR-Managerin will das Onboarding für neue Kollegen spannender machen und alles nachvollziehen können. Also baut sie eine eigene Onboarding-App mit Infos aus internen Dokumenten, einem spielerischen Quiz und einem Tracker. Alles genau auf die eigene Unternehmensrealität zugeschnitten.
Und das alles vollkommen ohne Entwickler, ohne Deployment-Entscheidungen und ohne Wartezeit. Alles, was sie brauchen, ist eine Beschreibung dessen, was sie wollen, und sie bekommen ein Werkzeug, das genau das tut - direkt in nuwacom, also der Umgebung, die bereits bestens mit dem Kontext und Wissen ihrer täglichen Arbeit vertraut ist.
Was Apps eigentlich ist
Mit Apps bauen Teams interaktive Business-Software vollständig in natürlicher Sprache, direkt in nuwacom. Ihr beschreibt im App Builder, was eure App können soll, und nuwacom schreibt den Code, testet ihn und bringt ihn in einer sicheren Sandbox zum Laufen - alles innerhalb der Plattform selbst.

Das Wort "Business" in "Business Apps" ist bewusst gewählt. Apps ist kein Werkzeug, um Marketing-Websites oder Consumer-Produkte zu bauen. Es ist dafür da, die interne Software zu bauen, die ein Unternehmen am Laufen hält: die Tracker, Dashboards und Prozess-Werkzeuge, die heute jedes Team improvisiert, weil kein Produkt von der Stange genau genug passt.
Ein wichtiger Unterschied zu bestehenden Vibe-Coding-Lösungen ist das Deployment. Bei herkömmlichen Vibe-Coding-Tools für natürliche Sprache erzeugt die KI ein Artefakt, das ihr anschließend irgendwohin bringen müsst: in eine Entwicklungsumgebung, ein Git-Repository, eine Deployment-Pipeline, eine Hosting-Lösung. In nuwacom Apps fällt all das weg. Es muss kein GitLab konfiguriert, keine Pipeline gepflegt und kein Hosting aufgesetzt werden. Die KI schreibt den Code, validiert ihn und führt ihn in einer isolierten Sandbox innerhalb von nuwacom aus. Für die Person, die die App baut, schrumpft die Zeit zwischen "Ich brauche ein Werkzeug, das x kann" und "Das Werkzeug existiert und mein Team kann es nutzen" von Monaten auf Stunden.
Jede App läuft in einer isolierten Sandbox, getrennt von der Plattform und von jeder anderen App in eurem Workspace. Was die Sandbox wirklich nützlich macht - und nicht bloß sicher - ist das, was wir die Platform Bridge nennen: Apps können externe Dienste nicht direkt aufrufen, aber die Platform Bridge verbindet sie mit euren Workspace-Daten, euren KI-Fähigkeiten und euren angebundenen Diensten. Wichtig dabei: keine App verarbeitet jemals Zugangsdaten; die Plattform vermittelt jede Verbindung im Auftrag des Nutzers. Diese Architektur sorgt dafür, dass ihr leistungsfähige Apps bekommt, ohne Datenschutz zu opfern.
Warum Apps mehr können, wenn sie in nuwacom laufen
Eine App ist nur so nützlich wie das, was sie erreichen kann. Eine schöne Oberfläche ohne Zugriff auf echte Daten ist ein Prototyp, kein funktionierendes Werkzeug. Genau hier macht sich bezahlt, dass nuwacom Apps innerhalb eines bestehenden KI-Betriebssystems "leben". Denn damit gehen Möglichkeiten einher, die ein eigenständiger App-Builder strukturell nicht out-of-the-box bieten kann.
Apps, die in nuwacom gebaut werden, können mit den Modulen interagieren, die in eurer Umgebung bereits laufen. Sie können Skills aufrufen, um die festgelegten Vorgehensweisen eures Teams für bestimmte Aufgaben anzuwenden. Sie können aus der Knowledge Base lesen und auf Unternehmenswissen zugreifen - einschließlich des Wissens, das in angebundenen Softwaresystemen steckt. Sie können Konnektoren nutzen, um die Tools zu erreichen, die euer Unternehmen ohnehin schon betreibt. Und der Orchestrator kann selbst Business Apps bauen, womit das Erstellen von Apps zu einer Fähigkeit des Systems wird.
Eine weitere Designentscheidung verdient besondere Aufmerksamkeit: Apps in nuwacom brauchen keine separate Datenbank außerhalb eurer regulären Umgebung und legen auch keine an; eine App zieht ihre Daten aus euren angebundenen Tools und schreibt über Konnektoren in sie zurück. Die praktischen Konsequenzen sind erheblich:
Apps arbeiten konsistent innerhalb eures bestehenden Setups. Wenn eine App einen Datensatz aktualisiert, aktualisiert sie ihn in dem System, dem er ohnehin gehört - nicht in einer parallelen Kopie, die sofort beginnt, aus dem Takt zu geraten.
Bestehende Berechtigungen regeln die Daten. Weil die App über eure angebundenen Systeme schreibt, gelten die Zugriffsrechte, die diese Systeme durchsetzen, weiterhin. Die App wird nicht zur Hintertür in eurer Governance.
Keine Schatten-Datenspeicher. Jedes intern gebaute Werkzeug, das seine eigene Datenbank hat, ist ein neuer Ort, an dem sich sensible Unternehmensdaten ungesehen ansammeln. Apps vermeidet diese Problematik von vornherein. Daten bleiben dort, wo sie sein sollen.
Governance: einfache Berechtigungen und vererbte Rechte
Ein Werkzeug, mit dem es möglich ist, Apps zu bauen, die Unternehmensdaten berührt, braucht eine klare Antwort auf die Frage "Wer darf was?". Apps übernimmt seine Antwort aus den bereits in nuwacom definierten Rechten. Somit ist Governance von vorneherein Teil der Architektur.

Kunden steuern auf Rollenebene, wer Apps bauen und wer sie nutzen darf. Beides sind getrennte Berechtigungen. Und wenn eine App in eine angebundene Anwendung hineingreift, werden die in dieser Anwendung definierten Rechte übernommen und gewahrt. Wer eine nuwacom App baut, die mit einer anderen Anwendung interagiert, sieht genau das, was seine bestehenden Berechtigungen erlauben - und nichts darüber hinaus. Die App weitet niemandes Zugriff aus; sie bewegt sich innerhalb der Grenzen, die bereits gezogen sind.
Wer schon mal mitansehen musste, wie gut gemeinte interne Werkzeuge zu Compliance-Risiken wurden, weiß: das ist der Unterschied zwischen einem Werkzeug, das der Organisation in der Fläche zur Verfügung gestellt werden kann, und einem Tool, das streng überwacht werden muss.
Was unsere Teams gerade bauen
Der einfachste Weg, um ein universell einsetzbares Werkzeug zu verstehen, ist ein Blick auf konkrete Dinge, die Menschen damit bauen. Hier sind einige der Apps, die unser Team bei nuwacom heute nutzt:
Inbox Helper
Diese nützliche App wurde von einer Kollegin entwickelt, deren Posteingang notorisch überquillt. Die App verbindet sich mit dem Posteingang, kennt ihre Prioritäten und aktuellen Themen aus dem Kontext in nuwacom und nutzt diese Informationen, um die relevantesten Nachrichten hervorzuheben – und schlägt darauf basierend sogar direkt passende Antworten vor.

Meeting Briefing App
Die Meeting-Briefing-App ist mit dem Kalender des Nutzers verbunden und zieht den Gesprächsverlauf mit den Meeting-Teilnehmern aus verschiedenen Kanälen heran, darunter E-Mails, Slack-Nachrichten, Meeting-Notizen und HubSpot. Sie analysiert die Informationen, gleicht sie mit den Meeting-Daten ab und liefert ein detailliertes Meeting-Briefing, inklusive Empfehlungen für Themen, die angesprochen werden sollten. KI ist nicht nur für die Logik dahinter verantwortlich, der Nutzer kann auch direkt mit der App chatten, um Feedback zu geben, welches das Briefing direkt aktualisiert.

Web Performance Analyzer
Diese App geht noch einen Schritt weiter. Sie aggregiert Daten aus Google Analytics und dem Google Tag Manager. Anschließend analysiert sie die Daten, markiert Anomalien und visualisiert die Ergebnisse. Zudem können Nutzer direkt in der App chatten, um Fragen zu den Daten zu stellen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. (Und wir haben auch einen kleinen Demo-Modus mit automatisch generierten Mock-Daten in die App eingebaut, damit wir Screenshots teilen können, ohne uns selbst zu doxen ;))


AI ROI Calculator
Unser Sales-Team muss regelmäßig Fragen zum ROI beantworten. Also hat es einen einfachen, aber wirkungsvollen ROI-Rechner gebaut. Auf Basis weniger Eingaben berechnet die App den ROI. Weil die App so einfach ist, können unsere Vertriebskollegen sie live in Kundenmeetings einsetzen und eine der drängendsten Fragen elegant beantworten.
Was diese vier Use Cases verbindet ist Passgenauigkeit. Jede App trifft einen realen Bedarf genau genug, um täglich genutzt zu werden - doch keine von ihnen würde eine klassische Build-versus-Buy-Diskussion überstehen - sie sind zu spezifisch, um sie zu kaufen, und zugleich zu nischig, um sie auf die alte Art zu bauen.
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Wie Apps sich von Lovable und Claude Code unterscheidet
Es gibt immer mehr Tools, mit denen Software in natürlicher Sprache erstellt werden kann. Deshalb ist wichtig, die Unterschiede zwischen den Werkzeugen jenseits der oberflächlichen Ähnlichkeiten zu verstehen. Vor diesem Hintergrund lässt sich Apps am besten einordnen, indem man versteht, für wen es gedacht ist:
nuwacom Apps ist für Enterprise-Nutzer das, was Lovable für Designer und Builder ist und was Claude Code für Entwickler ist.
Jedes Werkzeug setzt an einem anderen Punkt an - und der Ausgangspunkt bestimmt, was am Ende herauskommt. Lovable startet mit einer App-Idee; das Ergebnis ist eine App. Claude Code startet mit einer Codebase; das Ergebnis ist Code. nuwacom Apps startet beim Problem eines Teams; das Ergebnis ist eine sichere Business App, die den Kontext, in dem sie arbeitet, bereits kennt.
Dieser Ausgangspunkt ist der Unterschied. Mit einem allgemeinen App-Builder bekommt ihr schnell eine Oberfläche aufgebaut - aber Datenquellen, Berechtigungen, Sicherheit, Hosting und Wartung bleiben allesamt Probleme, die ihr separat lösen müsst, nachdem der erste Schritt getan ist.
Mit einem Coding-Tool kommen Entwickler schneller voran, doch die Arbeit bleibt ein Softwareprojekt mit Review, Deployment und laufender technischer Pflege. Mit nuwacom Apps hingegen lebt das Werkzeug von Anfang an in einer geregelten Umgebung: sie ist angebunden an bestehende Datenquellen, kann auf Unternehmenswissen zugreifen, respektiert Rollen und Rechte und kann intern mit den richtigen Personen geteilt werden.
Tool | Startpunkt | Erzeugt | Gebaut für |
|---|---|---|---|
Lovable | App-Idee | Eine App | Designer, Marketer, Builder |
Claude Code | Codebase | Code | Entwickler |
nuwacom Apps | Unternehmensprozess | Eine geregelte Business App | Enterprise-Teams |
Der erste Schritt, um Apps zum Teil des Betriebssystems zu machen
Apps ist nuwacoms erster Schritt dahin, maßgeschneiderte Business-Software zum festen Bestandteil des KI-Betriebssystems unserer Kunden zu machen. Die nuwacom-Vision war immer, ein Betriebssystem für Unternehmen zu schaffen, welches Chat, Wissen, Datenquellen, Agents und Workflows in einer Plattform verbindet, damit Menschen und KI produktiv zusammenarbeiten können. Apps fügt dem nun die UI-Ebene hinzu - also die Möglichkeit, Wissen, Daten und Prozesse in ein Werkzeug zu verwandeln, das Teammitglieder einfach nutzen können.
Deshalb ist die Entscheidung, auf deploy-in-place zu setzen, mehr als Convenience. Ein App Builder, der Software außerhalb des Systems erzeugt, führt zu Fragmentierung - mehr Werkzeuge, die nicht teilen, was sie wissen. Ein App Builder, der Software innerhalb des Systems erzeugt, bewirkt das Gegenteil: Werkzeuge, die Kontext, Governance und Wissen des Unternehmens standardmäßig erben.
Es geht uns nicht darum, es einfacher zu machen, noch eine weitere abgekoppelte App zu bauen. Es geht uns darum, interne Software zu einem nativen Bestandteil einer Umgebung zu machen, die das Unternehmen bereits versteht.
Apps selbst nutzen
Wir rollen Apps derzeit sukzessive aus. Weil die nützlichste erste App fast immer eine ist, die zu einem realen Prozess passt, den wir uns gemeinsam ansehen können, empfehlen wir, mit einem Walkthrough zu starten. Buche eine Demo, um zu verstehen, wie ihr Apps für euren eigenen Use Case nutzen könnt.
Admins unserer bestehenden Kunden haben ab sofort Zugriff auf Apps und können sie in den Berechtigungseinstellungen je Rolle aktivieren.
Die heutige Release ist erst der Anfang für Apps. Es ist bereits jetzt ein vielseitiges Tool, das wir intern erfolgreich nutzen und nun auch unseren Kunden und Partnern zur Verfügung stellen. Doch hinter den Kulissen arbeitet unser Produktteam bereits mit Hochdruck an der Weiterentwicklung. Wenn Du die nächsten Releases nicht verpassen willst, folge uns auf LinkedIn oder abonniere unseren Newsletter.
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