Case Study

Wie IONOS Kommunikation über Marken und Märkte hinweg mit KI skaliert

Einer der führenden europäischen Cloud- und Hosting-Anbieter nutzt nuwacom im Kommunikationsalltag für PR, Investor Relations, Content-Produktion, Lokalisierung und die Wiederverwertung von Inhalten über verschiedene Kanäle hinweg. Bemerkenswert ist dabei nicht nur, dass IONOS KI einsetzt.

Bemerkenswert ist vor allem, unter welchen Voraussetzungen diese Entscheidung getroffen wurde. Denn IONOS ist selbst Anbieter von Cloud- und KI-Infrastruktur. Ein Unternehmen, das digitale Souveränität nach außen vertritt, prüft besonders genau, welche Technologie es intern einsetzt. 

Wenn der Kunde selbst einer der strengsten Prüfer ist 

IONOS ist kein gewöhnlicher nuwacom-Kunde. Als einer der führenden europäischen Hosting- und Cloud-Anbieter mit mehreren Marken, internationaler Marktpräsenz und einem eigenen Portfolio rund um Cloud- und KI-Infrastruktur legt das Unternehmen besonders hohe Maßstäbe an Technologie, Datenschutz, Kontrolle und Skalierbarkeit. 

Der Anspruch ist klar: digitale Souveränität. Wer europäische Cloud-Infrastruktur als Alternative zu internationalen Hyperscalern positioniert, muss auch intern konsequent prüfen, welche KI-Lösungen eingesetzt werden. 

Die Frage war deshalb nicht nur: 

Welches KI-Tool ist funktional stark? 

Sondern vor allem: 

Welche KI-Lösung passt zu unserem Anspruch an Souveränität, Sicherheit, Kontrolle und professionelle Kommunikation? 

Genau aus dieser Perspektive wurde nuwacom evaluiert. 

Die Ausgangslage: Viele Marken, viele Märkte, steigender Kommunikationsdruck 

Die IONOS Group SE ist mehr als eine einzelne Marke. Zur Unternehmensgruppe gehören mehr als zehn Marken wie Arsys, Fasthosts oder STRATO - mit unterschiedlichen Zielgruppen, Märkten, Tonalitäten und Kommunikationsanforderungen. 

Für das Kommunikationsteam entstand daraus eine wiederkehrende Herausforderung: mehr Inhalte, mehr Kanäle, mehr Marktanforderungen aber nicht automatisch mehr Ressourcen. 

Lokalisierung statt reiner Übersetzung 

Ein Thema, das für den deutschen Markt relevant ist, kann nicht einfach eins zu eins für den britischen, polnischen oder spanischen Markt übersetzt werden. Es muss sprachlich, kulturell und von der Tonalität angepasst werden. 

Jede Marke und jeder Markt braucht eine eigene Ansprache, häufig auch eine eigene Gewichtung der Inhalte. Diese Arbeit rein manuell über einzelne Market Manager zu organisieren, war auf Dauer kaum skalierbar. 

Content-Wiederverwertung als Bottleneck 

Ein erstes Beispiel war der Podcast. Aus einem Gespräch mit einem Experten entstehen potenziell viele Formate: Show Notes, Social-Media-Posts, LinkedIn-Beiträge, Blogartikel, Fachbeiträge, Presseimpulse oder Video-Snippets. 

Früher wurden viele dieser Inhalte sequenziell und manuell erstellt. Pro Format bedeutete das zusätzliche Arbeit. Die Inhalte waren vorhanden, konnten aber nicht schnell genug in verschiedene Formate und Kanäle übertragen werden. Mit nuwacom kann dieser Prozess nun zum großen Teil automatisiert werden. 

Investor Relations nach dem Börsengang 

Mit dem Börsengang von IONOS kamen zusätzliche Anforderungen in der Kapitalmarktkommunikation hinzu. Quartalsberichte, Webcasts, Hauptversammlungen, Investorenanfragen und Abstimmungen mit externen Agenturen erfordern hohe Präzision, Geschwindigkeit und Konsistenz. 

Gleichzeitig sind IR-Teams typischerweise schlank aufgestellt. Der Bedarf an strukturierter, zuverlässiger Unterstützung war entsprechend hoch. 

Vorstandskommunikation mit individueller Stimme 

Auch die Kommunikation von Vorstandsmitgliedern auf LinkedIn stellte das Team vor eine praktische Herausforderung. Mehrere Personen kommunizieren zu ähnlichen Themen – aber jede mit eigener Rolle, Perspektive und Tonalität. 

Ein CFO setzt andere Schwerpunkte als ein CEO. Ein technologiebezogener Beitrag klingt anders als ein finanzmarktbezogener. Die gleiche Botschaft muss also mehrfach neu gedacht werden, ohne austauschbar oder redundant zu wirken. 

Ein interner GPT-Ansatz zeigte bereits das Potenzial generativer KI. Gleichzeitig wurde deutlich: Ein generisches Modell allein reicht nicht aus. Was fehlte, waren kommunikationsspezifische Konfiguration, Agentenlogik, kollaboratives Arbeiten und ein systematischer Umgang mit Kontextwissen. 

Die Entscheidung: Souveränität als Voraussetzung, nicht als Zusatzargument 

Bei IONOS war die Auswahl einer KI-Plattform von Anfang an mehr als eine reine Funktionsentscheidung. Es ging nicht nur darum, ob ein Tool gute Texte erzeugt, sondern ob die Lösung zur eigenen Haltung, Infrastrukturstrategie und Arbeitsweise passt. 

Ausschlaggebend waren vor allem vier Punkte. 

1. Europäische Infrastruktur und digitale Souveränität 

nuwacom läuft für IONOS auf der eigenen europäischen Cloud-Infrastruktur des Unternehmens. Für ein Unternehmen, das digitale Souveränität selbst zu einem zentralen Thema macht, war das eine Grundvoraussetzung. 

Entsprechend hoch waren die Anforderungen an Infrastruktur, Kontrolle und Datenhaltung. Eine KI-Plattform, die zwar gute Ergebnisse liefert, aber nicht zur eigenen Souveränitätsstrategie passt, wäre schwer vermittelbar gewesen. 

Mit nuwacom entstand daraus mehr als eine klassische Kundenbeziehung: IONOS erhält einen souveränen KI-Arbeitsplatz für die eigene Kommunikation, nuwacom profitiert von einer starken europäischen Cloud-Partnerschaft. 

2. Kommunikationsfokus von Beginn an 

Das Kommunikationsteam suchte keine generische Chat-Lösung, die erst mühsam auf PR, Content und Investor Relations angepasst werden muss. Entscheidend war, dass nuwacom bereits Strukturen, Agenten und Arbeitsweisen mitbringt, die auf professionelle Kommunikation ausgelegt sind. 

Das beschleunigte den Proof of Concept deutlich. Statt bei null zu starten, konnte IONOS konkrete Kommunikationsprozesse direkt in der Plattform abbilden. 

3. Modellvielfalt statt Abhängigkeit von einem Anbieter 

IONOS wollte sich nicht nur auf ein einzelnes Sprachmodell festlegen. nuwacom ermöglicht es, verschiedene Modelle parallel zu nutzen, Ergebnisse zu vergleichen und je nach Aufgabe das passende Modell einzusetzen. 

Für ein technikaffines Unternehmen, das selbst Modellkompetenz aufbaut und KI-Infrastruktur betreibt, ist diese Flexibilität zentral. Es geht nicht um Loyalität zu einem Modell, sondern um das beste Ergebnis für den jeweiligen Anwendungsfall. 

4. Kollaboratives Arbeiten im Team 

Kommunikationsarbeit entsteht selten allein. Pressemitteilungen, IR-Texte oder Vorstandspostings werden abgestimmt, kommentiert, überarbeitet und freigegeben. 

Deshalb war die kollaborative Arbeitsoberfläche von nuwacom ein wichtiger Faktor. Teams können gemeinsam an Prompts, Ergebnissen und Versionen arbeiten. Der Ursprung einer Antwort bleibt nachvollziehbar. Inhalte lassen sich iterieren, prüfen und weiterentwickeln. 

Gerade für PR- und IR-Teams ist das ein entscheidender Unterschied zu klassischen Einzelnutzer-Tools. 

Wie IONOS heute mit nuwacom arbeitet 

Multi-Brand-Kampagnen in einer Stunde 

IONOS hat seine Kommunikations- und Markenaktivitäten in den vergangenen Jahren in der so genannten Internet Factory gebündelt. Teams arbeiten 

markenübergreifend an Themen, um Kampagnen schnell auszusteuern. Hier hat nuwacom zu einer deutlichen Effizienzsteigerung geführt. 

Ein Beispiel ist eine Kommunikationskampagne zu einem europäischen Gesetzgebungsverfahren mit Relevanz für den Konzern. Basis für alle Maßnahmen waren ein im Vorfeld erstelltes politisches Positionspapier der Public-Affairs-Abteilung sowie der veröffentlichte Text des Gesetzentwurfs. 

Basierend darauf erstellte das Team mit nuwacom zunächst ein Dokumentenset: 

  • Eine KI-basierte Analyse des Gesetzentwurfs 

  • Zitate für den CEO 

  • LinkedIn-Posts für mehrere Vorstände 

Nachdem diese Dokumente freigegeben wurden, erstellte nuwacom basierend darauf individuelle Pitches für eine Reihe von Zielmedien. 

Schließlich wurde die Kampagne internationalisiert und für die europäischen Marken angepasst. Hierbei konnte nuwacom auf den internen Wissensspeicher zurückgreifen und ergänzte die Positionierungen außerdem mit Informationen aus dem Internet. 

Wichtig ist, dass sämtliche Dokumente vor dem Versand von den jeweiligen Experten im PR-Team geprüft und bei Bedarf angepasst wurden. Der Mensch bleibt in der Qualitätskontrolle essentiell, aber die Vorarbeit konnte durch den Einsatz von nuwacom erheblich beschleunigt werden. Insgesamt wurden so innerhalb einer Stunde Arbeitszeit mehr als 30 individuelle Inhalte erstellt - eine Arbeit, die sich früher über mehrere Tage hingezogen hätte. 

Was früher pro Format separat vorbereitet wurde, kann heute aus einem Ausgangsmaterial heraus strukturiert abgeleitet werden. Statt für jedes Format neu anzusetzen, entsteht eine skalierbare Content-Pipeline: ein Inhalt, mehrere Formate, verschiedene Kanäle. 

Vorstandskommunikation: Eine Botschaft, mehrere Stimmen 

Ein weiterer wichtiger Anwendungsfall ist die Kommunikation von Vorstandsmitgliedern. 

In nuwacom werden individuelle Sprachprofile für verschiedene Führungspersönlichkeiten hinterlegt. Grundlage sind bestehende LinkedIn-Beiträge und veröffentlichte Texte der jeweiligen Person. Daraus lassen sich Muster in Tonalität, Struktur, Wortwahl und inhaltlicher Gewichtung ableiten. 

Das Ergebnis: Aus einem Ausgangsdokument können mehrere LinkedIn-Entwürfe entstehen – jeweils angepasst an Rolle, Perspektive und persönlichen Stil. 

Ein CEO kann den strategischen KI-Impact betonen. Ein CFO kann stärker auf Finanzdaten, Kapitalmarkt und Geschäftsentwicklung eingehen. Die Botschaft bleibt konsistent, aber die Kommunikation wirkt nicht kopiert oder austauschbar. 

Für das Kommunikationsteam bedeutet das weniger manuelle Arbeit an verschiedenen Varianten, größere Konsistenz und mehr Geschwindigkeit. Und auch hier gilt: Die Endkontrolle erfolgt über das PR-Team und die Freigabe über den jeweiligen Vorstand. 

Investor Relations: Kontext einmal aufbauen, dauerhaft nutzen 

Auch im Bereich Investor Relations ist nuwacom inzwischen ein wichtiges Arbeitstool. 

Das IR-Team nutzt nuwacom beispielsweise für Webcast-Skripte, Quartalskommunikation, die Vorbereitung von Folien, die Prüfung externer Agenturentwürfe und die Beantwortung von Investorenanfragen. 

Der entscheidende Vorteil liegt im Kontextwissen. Der IR-Agent kennt relevante Informationen zur Unternehmensgeschichte, zur Tonalität, zu Qualitätsstandards, zu wiederkehrenden Kommunikationsmustern und zur Zusammenarbeit mit externen Partnern. 

Das verändert die Arbeitsweise deutlich. Das Team muss nicht bei jeder Anfrage erneut erklären, welche Rolle der Agent einnehmen soll, welche Sprache erwartet wird oder welche Standards gelten. Dieses Wissen ist einmalig hinterlegt und kann immer wieder genutzt werden. 

Colin aus dem Investor-Relations-Team beschreibt es so: 

„Ich habe dem Agenten das einmal geben können und der versteht, was ich will. Ich muss nicht ständig erklären: ‚Du bist Investor Relations Manager bei IONOS.‘ Der weiß das bereits.“ 

Für die Hauptversammlung wurde zudem ein eigener Agent aufgebaut, der mit relevanter Wissensbasis arbeitet. Ziel ist es, Fragen und Inhalte rund um die Hauptversammlung schneller aufzubereiten und dem Vorstand nach vorheriger “human in the loop” Prüfung strukturierter zur Verfügung zu stellen. 

E-Mail-Kommunikation mit Investoren 

Auch bei Investorenanfragen per E-Mail unterstützt nuwacom. Der IR-Agent erstellt Entwürfe auf Basis des vorhandenen Kontexts. Das Team prüft, justiert und versendet. 

Dadurch entsteht keine unkontrollierte Automatisierung, sondern ein produktiver Arbeitsmodus: KI bereitet vor, der Mensch entscheidet. 

Was IONOS durch den Einsatz von nuwacom gelernt hat 

Kontextwissen ist der eigentliche Produktivitätshebel 

Der größte Hebel liegt nicht darin, einzelne Prompts schneller zu schreiben, sondern Kontext einmal strukturiert aufzubauen und dauerhaft nutzbar zu machen. 

Wenn ein Agent Rolle, Stil, Historie, Qualitätsstandards und typische Aufgaben kennt, wird jede weitere Interaktion effizienter. 

Kollaboration entscheidet über Skalierung 

KI-Tools, die nur als individuelle Einzelwerkzeuge funktionieren, stoßen in Kommunikationsteams schnell an Grenzen. PR, Content und Investor Relations sind Teamprozesse. 

nuwacom unterstützt diese Teamlogik: gemeinsame Prompts, gemeinsame Ergebnisse, gemeinsame Weiterentwicklung. Dadurch wird KI Teil eines professionellen Kommunikationsprozesses. 

Mehr Output ohne proportional mehr Ressourcen 

Der zentrale Effekt: Kommunikation wird skalierbarer, ohne dass jede zusätzliche Markt-, Kanal- oder Formatvariante manuell aufgebaut werden muss. 

Neue Märkte lassen sich schneller lokalisieren. Bestehende Inhalte lassen sich effizienter wiederverwenden. Kommunikation wird konsistenter und schneller – ohne die Kontrolle über Qualität und Tonalität abzugeben. 

Modellvielfalt ist strategisch wichtig 

IONOS hat gelernt, dass es nicht das eine perfekte Modell für alle Aufgaben gibt. Je nach Textform, Sprache, Tonalität oder Komplexität kann ein anderes Modell bessere Ergebnisse liefern. 

Andreas aus dem Bereich Public Relations bringt es auf den Punkt: 

„Für uns war wichtig, dass wir eine Lösung haben, die uns das schon vorkonfiguriert – und auch sagt, welches Modell für welche Anforderung am besten geeignet ist. Das ist der Vorteil einer Plattform, die über den Modellen sitzt und auch das Unternehmenswissen übergreifend verfügbar macht.“ 

Was als Nächstes kommt 

IONOS testet nuwacom bereits für weitere Anwendungsfälle. Dazu gehören Landingpages auf Basis der jährlichen Digitalisierungsstudie, die direkte Speech-to-Text-Integration aus Podcast- und Video-Aufnahmen sowie die Erstellung von Präsentationen in Markentonalität. 

Die Richtung ist klar: weg von einzelnen KI-Aufgaben, hin zu systematisch unterstützten Kommunikationsprozessen. 

KI soll nicht nur einzelne Texte erzeugen. Sie soll Inhalte vorbereiten, Varianten erstellen, Wissen wiederverwenden, Teams entlasten und Kommunikation über Märkte und Kanäle hinweg koordinierbarer machen. 

Oder anders gesagt: KI einsetzen heißt nicht, ein weiteres Tool zu nutzen. Es heißt, Prozesse neu zu denken. 

Fazit 

IONOS zeigt, wie generative KI in professioneller Unternehmenskommunikation produktiv werden kann: nicht als Experiment, sondern als skalierbarer Bestandteil täglicher Arbeit. 

Der entscheidende Punkt ist nicht nur die Automatisierung einzelner Texte. Entscheidend ist die Kombination aus souveräner Infrastruktur, wiederverwendbarem Kontextwissen, Modellvielfalt und kollaborativer Arbeitsweise. 

Dass gerade ein Unternehmen wie IONOS diesen Weg geht, ist ein starkes Signal. Wer selbst Cloud- und KI-Infrastruktur anbietet, prüft besonders genau, welche Plattform technologisch, strategisch und kulturell zum eigenen Anspruch passt. 

Mit nuwacom hat IONOS eine Lösung gefunden, die diesen Anspruch unterstützt: souverän, kollaborativ, modelloffen und nah an den realen Prozessen moderner Kommunikation. 

Über IONOS 

IONOS ist der führende europäische Digitalisierungs-Partner und Cloud Enabler für den Mittelstand. Das Unternehmen bietet Lösungen für Web Presence & Productivity sowie leistungsstarke Cloud-Infrastruktur und unterstützt Kundinnen und Kunden in zahlreichen Märkten in Europa und Nordamerika. 

Zur IONOS Group SE gehören mehrere Marken, darunter IONOS und STRATO. Das Unternehmen ist seit 2023 börsennotiert und betreibt eine leistungsfähige Infrastruktur für Hosting-, Cloud- und digitale Geschäftsprozesse.